Holz! Schnitzen – traditionell und urban

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Holz! Schnitzen – traditionell und urban

Das Buch mit dem Titel HOLZ! von Max Bainbrindge lag vor kurzem unter dem Weihnachtsbaum. Mittlerweile habe ich es durchgelesen und möchte hier meine Rezension dazu geben.

 

Wer ist Max Bainbridge?

Max Bainbridge ist eine „junger Wilder“ Holzwerker und Künstler aus England. Er betreibt die  Webseite „Forrest + Found“ auf dem er seine Projekte vorstellt. Viele seiner Objekte sind aus Holz von Hand geschnitzt und daher hat er dieses Buch verfasst, in dem er sein Wissen in gesammelter Form weitergibt.

Das Buch

Der Titel ist zunächst ein wenig gewöhnungsbedürftig. Unter HOLZ! (mit Ausrufezeichen) denkt man nicht unbedingt an das Thema „Schnitzen“ – aber die Unterzeile klärt uns dann auf „Schnitzen – Traditionell und Urban“.

Inhaltlich ist das Buch sehr schön gegliedert. Es beginnt mit einem interessante Einblick in die Gedankenwelt von Max Bainbridge in der er uns seine Gedanken zum Holzwerken und seiner Arbeitsphilosophie darstellt.

Anschließnd geht es mit den Grundlagen zur Sache. Alle typischen Fragen die ein Anfänger im Thema Schnitzen stellt, werden hier sehr anschaulich beantwortet. Woher bekomme ich geeignetes Holz, welches Holz für welche Projekte, was benötige ich an Werkzeug?

Es folgt eine sehr anschauliche und gut struturierte Einführung in die verschiedenen Arbeitstechniken beim Schnitzen.

Dabei kommt es dem Buch sehr zu gute, dass überwiegend großformatige, seitenfüllende Bilder verwendet werden. Auf die in Mode gekommenen Weißraum-Orgien wurde im Buchlayout dankenswerter Weise verzichtet.

Im nachfolgenden Projekt-Kapitel werden anhand verschiedener Projekte die unterschiedlichen Arbeitstechniken vertieft und in ihrer praktischen Anwendung gezeigt. Über Esslöffel, Pfannenwender, Kochlöffel, Buttermesser und weitere Projekte geht es hin bis zu kleinen Schalen aus Eichenholz.
Alle Arbeiten sind immer nützlich und können in der eigenen Küche oder als Geschenk zum Einsatz kommen.

Das letzte Kapitel stellt verschiedene Methoden zur Oberflächenbehandlung vor und geht auch auf die Werkzeugpflege ein. Bei der Oberflächenbehandlung werden auch etwas unbekanntere Techniken wie das Ebonisieren oder Flämmen anschaulich dargestellt.

Sehr aufschlußreich ist eine Anleitung zum Herstellen einer lebensmitteltauglichen Wachspolitur.

Gerade beim Schnitzen ist das A und O ein scharfes Schnitzwerkzeug. Deshalb werden in auch einfache, leicht zu erlernende Vorgehensweisen gezeigt, die nur wenig Aufwand verursachen. Wie schon zuvor wird hier ebenfalls alles sehr anschaulich dargestellt.

Ein aktuelles Bezugsquellenverzeichnis und ein umfassendes Glossar runden das Buch HOLZ! inhaltlich in angenehmer Weise ab.

Die Ausstattung

Wenn man das Buch in die Hand nimmt, begeistert sofort die hochwertige Ausstattung. Hier ist deutlich die Handschrift des Schweizer Verlages Haupt aus Bern zu erkennen. Das Papier ist schön dick, die Bindung hochwertig, das Druckbild sehr scharf.
Auch bei der Übersetzung hat der Verlag nicht gespart – eine sorgfältige Arbeit ohne die sonst oftmals zu beobachtenden Flüchtigkeitsfehler oder fachlich falsche Wortwahl.

Einziger Kritikpunkt sind einige mit schwarzem Hintergrund gesetzte Kapitel im hinteren Teil des Buches. Das schaut zwar optisch sehr schön aus, erschwert aber in meinen Augen die Lesbarkeit ein wenig.

Mein Fazit

Ein tolles Buch das Lust auf das Thema „Schnitzen“ macht. Das Layout ist ein Augenschmaus, der Text ist kurzweilig geschrieben. Die vorgestellten Projekte sind praktische Gegenstände, die sofort in Gebrauch genommen werden können und so jeden Tag aufs neue Spaß machen. Schon lange hat mich kein Buch mehr so in seinen Bann gezogen wie HOLZ! von Max Bainbridge. Auch ein ideales Geschenk für Holzwerker jeden Alters.

Das Buch ist zudem ein idealer Urlaubsbegleiter. Wenn man nicht nur faul in der Sonne liegen möchte, sondern auch etwas mit seinen Händen tun möchte, dann findet man hier interessante Anregungen. Für das Nachmachen werden nur sehr wenige Handwerkzeuge benötigt und die passen sicher noch ins Urlaubsgepäck.

Eine weitere Besprechung dieses Buches findet man auf dem Blog „Mariengold“ der Puppenmacherin Maria Ribbeck. Übrigens auch ein interessanter Blog für alle die mal „über den Zaun“ gucken wollen.



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